5. September 2026
Sieg am Lausitzring
Melanie Behr holt den Sieg nach Ottobeuren

Fotos von Markus Leif
Ein singendes Fahrrad, heftiger Gegenwind und vier Stunden pure Willenskraft: Eigentlich wollte Melanie Behr vom RC Allgäu beim bekannten Velofondo Bike Festival auf dem DEKRA Lausitzring nur eine kleine Standortbestimmung vornehmen. Am Ende fuhr die Ottobeurerin nicht nur allen davon, sondern wurde auch zum unüberhörbaren Star des gesamten Pelotons.
Lausitz/Ottobeuren. Taktisches Fahren im Windschatten? Heimliches Heranschleichen an die Konkurrenz? Völlig unmöglich, wenn das eigene Sportgerät bei jeder Pedalumdrehung ein markerschütterndes Quietschen von sich gibt. Was für manche Radprofis der absolute Albtraum wäre, entpuppte sich beim
4-Stunden-Rennen des Velofondo als echter Geheimtipp für den psychologischen Sieg. Schon kurz nach dem Start pfiff den Fahrerinnen und Fahrern auf dem flachen Rundkurs ein ordentlicher Wind um die Ohren. Doch das war nichts gegen die akustische Kulisse, die die Allgäuerin unfreiwillig ins Feld brachte. Das Rennrad der RC-Allgäu-Fahrerin stimmte von der ersten Minute an ein unermüdliches Dauerkonzert an. Das Ergebnis: Nach spätestens zwei Runden kannte Melanie Behr im Fahrerfeld praktisch jeder. Anpirschen zwecklos – man hörte sie ohnehin schon aus hunderten Metern Entfernung herannahen. Doch Behr ließ sich nicht beirren und brannte trotz des heftigen Gegenwinds eine regelrechte Fabelzeit auf den Asphalt: In den vier Stunden Fahrzeit spulte sie sensationelle 13 Runden ab. Das entspricht einer Gesamtstrecke von stolzen 146,9 Kilometern und einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 36,7 km/h! Während der fiese Wind den anderen Athleten die Körner aus den Beinen zog, trat die Ottobeurerin unbeeindruckt weiter – getragen vom treuen Rhythmus ihres quietschenden Begleiters. Nach dem harten Kampf gegen die Böen stand fest: Die Konkurrenz war zwar akustisch mürbe gefahren, aber vor allem sportlich absolut abgehängt. Melanie Behr sicherte sich souverän den Sieg in der Damenwertung!
Das Rennen sollte eigentlich als lockerer Testlauf dienen, um herauszufinden, ob nächstes Jahr das legendäre Velofondo 24-Stunden-Rennen ein Thema sein könnte. Die Standortbestimmung ist mehr als geglückt: Die Form für 24 Stunden Dauereinsatz stimmt definitiv. Bis zum nächsten Jahr bleibt jetzt für die erfolgreiche Radsportlerin eigentlich nur noch eine einzige, sportliche Aufgabe offen: Das Dauerquietschen der Bremse beseitigen.



